THE PLACE TO BEACH

Donnerstag 2. Juli 2026

Seit dieser Saison dürfen die Coaches beim Beachvolleyball direkt am Spielfeldrand auf der Bank Platz nehmen und pro Satz eine Auszeit nehmen, um ihren Teams taktische Tipps mit auf den Weg geben. Vielen Spielerinnen und Spieler sowie Coaches geht diese Regeländerung noch zu wenig weit, andere wollen nicht mehr Einwirkung ins direkte Spiel.

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„So wie es jetzt ist, bleibt unser Einfluss als Coaches sehr klein“, sagt der Schweizer Männer-Trainer Philip Gabathuler, der am Swatch Beach Pro in Gstaad das Duo Julian Friedli/Jonathan Jordan betreut. „Man sollte uns mehr Freiheiten geben, auch zwischen den Ballwechseln etwas reinzurufen und Hinweise zu geben. Statt dem technischen Time-Out könnte man uns eine zweite Auszeit geben – das wäre sinnvoller.“ Ähnlich sieht es sein Schützling Julian Friedli. „Grundsätzlich finde ich das Coaching auf der Bank keine schlechte Idee, aber so wie es jetzt geregelt ist, hat es momentan noch nicht allzu viel Einfluss.“ Auch Jonathan Jordan könnte sich vorstellen, die technische Auszeit zu Gunsten einer zweiten Auszeit für die Trainer zu streichen. „Das würde den Coaches mehr Einflussmöglichkeiten geben und ihre Rolle auch aufwerten.

 

Für die deutsche Cinja Tillmann hat die Regeländerung positive und negative Seiten. „Es war früher schon auch eine gute Herausforderung, wenn man als Spielerin selbst einen Weg durch kritische Phasen finden musste“, erklärt die Europameisterin von 2024. „Das frühere Beach war auch nicht schlecht“, sagt Tillmann schmunzelnd, „aber natürlich kann ein Trainer gute Tipps geben.“ Ihre Partnerin Svenja Müller findet es „positiv, wenn der Trainer im Spiel weiterhelfen kann, vor allem wenn es mal nicht so läuft.“

Für den Cheftrainer der US-Amerikaner, Matthew Fuerbringer, war die neue Coaching-Regel sogar ein Grund, um aus der Halle wieder in den Sandkasten zu wechseln. „Das war für mich wichtig, dass ich mehr Einfluss auf die Spieler bekomme und mit ihnen in Arena bin.“ Man könne in der 30-sekündigen Auszeit zwar nicht viel besprechen und auf dem Feld seien die Athleten nach wie vor allein, sagt Fuerbringer. „Aber du bekommst ein besseres Gefühl für das Team und was du für die nächste Partie mitgeben musst.“

 

Der Niederländer Stefan Boermans ist noch etwas unschlüssig, was er von der neuen Regel halten soll. „Ich bin auch ein Fan davon, während des Spiels alles allein zu machen und entscheiden. Ich hoffe, dass es so bleibt, wie es jetzt ist und nicht so wird wie im Hallen-Volleyball, wo der Trainer immer dazwischen rufen kann“, sagt Boermans und stellt klar: „Auf dem Platz müssen wir es richten.“ Die grösste Herausforderung mit der neuen Auszeit-Regel ist für die Niederländer dabei, nicht im sprachlichen Kauderwelsch zu versinken. „Wir kommunizieren untereinander immer auf niederländisch“, erklärt Boemans, „jetzt sprechen wir mit dem Trainer auf Englisch. Er hilft uns und erinnert uns, was zu tun ist.“ 

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